Krzel Farbe

Johannes-Schule erhält Auszeichnung auf internationaler Schülerfirmenmesse

Am 26/ 27. Februar 2019 war die Schülerfirma „Artis Feria“ der Johannes Schule Berlin auf einer Internationalen Schülerfirmenmesse im FEZ Wuhlheide Berlin, an der mehrere internationale Schülerfirmen teilgenommen haben. Charlie Niesner, Felicia Scherf und Isa Renner Samanci der 11. Klasse präsentierten unsere Schülerfirma auf der Bühne.

Wir erhielten in der Kategorie "nachhaltige Gründerschule" eine Auszeichnung für die engagierte Leistung im Bereich wirtschaftliche Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dieser Wettbewerb wurde von der Organisation start green @school veranstaltet.

Die Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter des Bundesumweltministeriums übergab uns den Preis. Die Schülerfirmenmesse arbeitete mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe zusammen. Auf der Messe verkauften wir erfolgreich unseren Kaffee und andere Produkte. Die Preisgewinner wurden in die VIP-Lounge eingeladen, in der wir umsonst essen durften. Diese Tage haben uns eine Menge Erfahrung bezüglich Kommunikation und Austausch mit anderen Schülerfirmen gebracht.
Geschrieben von: Thi Minh Chau Tran, Jacob Heibrock, Joel Zimmermann, Julian Schmidt und Isa Renner Samanci.

Eindrücke vom Barista-Workshop mit der Schülerfirma Artis Feira 

Geschildert von Massimo von der Schülerfirma Artis Feria der Johannes Schule

Eines schönen Dienstags im Januar kam Oliver von den Flying Roasters zu uns in die Schule. Flying Roasters ist eine Rösterei in Berlin. Über sie bekommen wir unseren Peruanischen Kaffee für unsere Schülerfirma. Dieser wird von Flying Roasters importiert und hier in Berlin geröstet. 

Oliver erzählte uns einiges über Kaffee, z.B. dass normaler Kaffee gröber gemahlen wird als Espresso. Er erklärte warum das so ist und womit das zusammenhängt. Anschließend probierten wir an unserer Kaffeemaschine den perfekten Mahlgrad zu ermitteln. Er demonstrierte uns auch, wie Espresso eine schöne Crema bekommt und wie man eine schöne Milchschaum Konsistenz bei Latte Macchiato hinbekommt. Im zweiten Teil, eine Woche später, wurde alles nochmal wiederholt und ausprobiert.

Schülerinnen aus Afghanistan, Iran und Syrien verwirklichen eigene Designideen 

Im Spätherbst 2018 starteten wir einen Näh– und Designworkshop mit den SchülerInnen der Willkommensklasse der Rudolf Steiner Schule in Berlin Steglitz.

Mit der Unterstützung zweier junger Modedesignerinnen und in Kooperation mit dem Verein Mittelhof e.V. entwarfen die Schülerinnen zunächst eigene Designideen, arbeiteten am Schnitt und fertigten am Ende Blusen, Röcke und T-Shirts an.
Insgesamt traf sich die Gruppe an mehren Wochenenden und arbeitete intensiv an den eigenen Entwürfen.

Die Workshops waren auch eine gute Möglichkeit, mit den Schülerinnen über die nachhaltige Produktion bzw. den nachhaltigen Konsum ins Gespräch zu kommen. Hierbei offenbarte sich, dass eine Schülerin selbst als Kind in der Teppichproduktion im Iran tätig war. Zudem wurde klar, dass Fair Trade in der Mode für Frauen mit islamischer Religionszugehörigkeit nur eine marginale Rolle spielt.

Da die Designworkshop-Reihe bei den Schülerinnen sehr großen Anklang fand, planen wir eine Fortsetzung in naher Zukunft. Aus unserer Sicht ist das eine gute Möglichkeit, mit Schülerinnen verschiedenster Herkunftsländer über das Thema Faire Mode unverfänglich ins Gespräch zu kommen. Zudem macht es einfach Spaß und man sieht das Ergebnis, z.B. auf den folgenden Fotos.

12.10. bis 29.10.2018 Von Fast zu Fair Fashion: Unsere Lern- und Begegnungsreise nach Indien

Ein großer Meilenstein in unserem Projekt der nachhaltigen und fairen Schülerfirmen war unsere Lernreise nach Indien zu unseren Partnern. Ganz im Sinne des Globalen Lernens stellten wir uns mit der Reise die Fragen, wie wir vom "Wissen zum Handeln" kommen können und die Schüler*innen zu kompetenten Multiplikator*innen für nachhaltige und faire Kleidungsproduktion (und Kleidungskonsum) weiterbilden.

Die Lernreise war ein großer Erfolg, wovon auch die Berichte und Reflexionen der Schüler*innen zeugen, nachzulesen unter dem Schülerfirmen-Blog http://www.fair-wear.org/de/blog/

Was haben wir erlebt?

Bis Ende der ersten Woche hielten wir uns in Bangalore (Bundesstaat Karnataka) auf, um uns ein Bild über die Nähereien unserer direkten Handelspartner (F&O und Intertiacart) zu machen und uns mit einer Menschen- und Arbeitsrecht-NGO (CIVIDEP), einer Textilarbeiter-Gewerkschaft (GLU) und einer Fairtrade-Zertifizierungsorganisation (FLOCERT) zu treffen.

Danach verbrachten wir drei paar Tage auf der Biofarm „Mojo Plantation“ in Coorg/Marikeri (ein Umweltbildungszentrum für Erwachsene und Jugendliche), um uns über Landwirtschaft, Biodiversität, Umweltschutz und gentechnikfreie Biobaumwolle in Indien zu informieren.

Im Anschluss fuhren wir gen Süden nach Pollachi (Bundesstaat Tamil Nadu), um zwei international bekannte, zertifizierte öko-faire Textilunternehmen (Appachi Cotton und Mila Clothing) zu besuchen und mit einer Schule eine Schulkooperation zwecks Schüleraustausch zu sondieren (Nachiar Vidyalayam school Polachi). Im 1,5 Stunden entfernten Tirupur, einer der größten Produktionsstandorte von Stoffen und Kleidung weltweit, besuchten wir Färbereien (konventionelle und ökologische), Spinnereien und Nähereien (Texcraft, Reacher Apparels).

Nach über 1000 km Fahrt in 8 Tagen kehrten wir Ende der zweiten Woche zurück nach Bangalore, um zwei weitere Schulen zu treffen, die wir für eine thematische Schulkooperation empfohlen bekommen haben (Mallya Aditi International School und Steiner School Bangalore).

Der Erfolg dieser Unternehmungen ist für uns Anlass genug um mit einer weiteren Schülerfirma unseres Projekts, welche im Bereich Kaffeeproduktion- und konsum aktiv ist, ebenfalls eine Lernreise zu unternehmen. Die Lernreise zu den Kaffeekooperativen und Partnern nach Peru soll voraussichtlich dieses Jahr im Herbst stattfinden.